Symbolik

Was bedeuten diese Symbole?

 

Der Wunsch, seine Umgebung zu dekorieren oder zu verzieren lässt sich bis ins Neolithische Zeitalter zurückverfolgen (Trypillja-Kultur). Es gab Ornamente in Form einfacher Schnitzereien und einfacher bis komplexer geometrischer Farbmotive. Manchmal wurden auch Waffen, Werkzeuge, Keramik oder Kleider reichhaltig verziert. Dieser Impuls zu dekorieren besteht bis heute und prägt unsere Gesellschaft im Alltag nach wie vor. Wir bauen schöne Städte, pflanzen Bäume in unserer Nachbarschaft und dekorieren unsere Häuser und Wohnungen, ästhetisch angepasst an die Umgebung oder einzelne Personen.

 

Studien verschiedener Ethnologen über die Volkstradition der Ukrainer analysieren, dass der Sonnenkult das zentrale Thema war. Er war der vielleicht wichtigste unserer Urahnen, zumal der Sonnengott Dazhboh eine der bedeutendsten Gestalten im Pantheon der heidnischen Götter war. Von seinem Wohlwollen hing vieles im Leben der damaligen Menschen ab.

 

In diesem Zeitalter konnten die Menschen nicht schreiben, so wie wir es heute kennen. So vermutet man, dass unsere Vorfahren Zeichen und Symbole verwendeten, die sie auf Haushaltsgegenständen und auf Vogeleier anbrachten um Mitteilungen zu „versenden“.

 

Einige dieser Symbole blieben bestehen; andere verschwanden oder erschienen, identisch im Entwurf, in einer anderen Bedeutung wieder. Mit der Christianisierung der Kyjiwer Rus’ im Jahr 988 wurde die ursprüngliche Bedeutung dieser heidnischen Symbole in christliche Symbole umgedeutet.

 

Die Pysanky jedes Dorfes oder Region sind sehr verschieden. Sogar innerhalb eines Dorfes hatte jede Frau ihren eigenen Stil, der ihre Pysanky hinsichtlich der Kombination der Farben und der Ausführung der Motive, von denen anderer Frauen unterschied. Keine handgemachte Pysanka glich der anderen. So können die Symbole ganz unterschiedliche Auslegungen in den verschiedenen Orten haben und auch verschiedene Bezeichnungen.

 

Die Motive und der thematische Inhalt der Pysanky wurden aus dem täglichen Leben gezogen: Sie spiegelten die Beschäftigung sowie die sozialen und geistigen Traditionen der Leute wieder. Pysankamotive reflektieren die Heiterkeit und den Kummer des Bauerlebens - ein Leben, bestehend aus der Arbeit auf den Feldern, auf dem Hof und im Haus.

 

Die Elemente, Motive und die Zusammensetzung der Pysankaverzierung können nicht im Ganzen mit anderen Formen der Volkskunst untersucht werden. Die Motive schließen Faktoren wie die Wiederholung von individuellen Motiven oder dekorativen Bändern, Symmetrie, Gleichgewicht, Verhältnis, Farbe, Kontraste, Harmonie und die organische Einheit der Gestaltungselemente ein.

 

Im Laufe der Jahrhunderte und vor allem auch durch das Verbot des Pysankarstwo in der Zeit der Sowjetunion sind die Bedeutungen und die Symbolik von vielen Pysanky in Vergessenheit geraten und wurden aus dem Gedächtnis der Menschen verdrängt.

 

In seinem Buch „Pysanky - 1891“ (Seite 29) schreibt Mykola Sumtsow, dass Pysankaverzierungen aufgrund ihrer Motive, sowie des Charakters des kompletten Stils in folgende Gruppen eingeteilt werden können:

 

  1. Geometrische Symbole
  2. Pflanzliche Symbole
  3. Tiersymbole
  4. Kosmografische Symbole
  5. Agrarische Symbole
  6. Dekorative Symbole
  7. Kalligraphische Symbole

Diese Motivgruppen erscheinen auf Pysanky entweder unabhängig oder in Kombination miteinander; wobei eine Gruppe vorherrscht (dominiert) und die zweite ergänzt.

Weiter erforschen wir noch folgende Symbole und Motive:

Religiöse Symbole

            Heidnische Symbole

            Christliche Symbole

Beskonetschnyk – die Endlose – die Mäander

Die Symbolik der Farben