Pflanzliche Symbole

In der Vergangenheit holten sich die Frauen, die Pysanky schrieben („Pysankarky“) ihre Inspirationen aus der der Natur, mit der Darstellung Blumen, Bäumen, Früchten, Blättern (Pflanzen) die stark stilisierter wurden.

Diese Ornamente symbolisieren die Wiedergeburt der Natur nach dem Winter, und damit auch das Leben, Wachstum, die Kraft und die Erneuerung. Magisches Denken erforderte auch Überlegungen, und so wurden Pysanky mit geeigneten Pflanzmotiven (Weizen, Weintrauben) geschrieben, um eine gute Ernte zu gewährleisten.

Yggdrasil - Weltenbaum in der nordische Mythologie
Yggdrasil - Weltenbaum in der nordische Mythologie

Die Bemalung mit den „Weltbaum“ symbolisiert die Entwicklung der Familie: Vater, Mutter, Kind, die als Baumstamm und drei bzw. fünf Äste mit Blättern oder Blumen gezeichnet werden.

Ein universelles Symbol, das schon sehr lange ein wichtiger Teil der ukrainischen Volkskunst und Tradition ist, ist der Baum, genauer gesagt „der Baum des Lebens“.

 

In vielen Kulturen der Welt existierte ein Kult oder eine Verehrung des Baums. Er wurde unter verschiedenen Namen in verschiedenen Kulturen erfasst, zum Beispiel unter den Namen „Baum des Lebens“, „Kosmische Baum“, „Weltbaum“, „Universaler Baum“, „Baum der Kenntnisse“, „Heiliger Baum“, „Baum des Paradieses“, „Baum der Erläuterung“. Es gibt nur wenige überlieferte Grundlagen, die die Existenz eines solches Kultes in alten Mythen, Legenden, Ritualen, in der Kunst (Grotten und Topfmalereien), Geschichte, Literatur oder in Traditionen beweisen.

Der Baum ist die älteste Form des Lebens auf unserem Planeten Erde. Dem Mythos zufolge war es die erste lebende Form, die dem Wasser entsprang. Man glaubte, dass der Baum allmächtig, klug, zeitlos und ewig ist, demnach verehrte und betete man ihn an. Sogar heute betrachtet man in der Ukraine einige Bäume als etwas Mächtiges und Heiliges. Leute hängen Sachen oder Kleidungsstücke: ein Hemd, eine Schürze, eine Schärpe oder ein Handtuch-„Rushnyk“, um den Baum (siehe Bild). Sie bitten ihn damit um Segen, um die Erfüllung eines Wunsches oder erinnern am einen Verstorbenen. Im Gegenzug, versprechen sie, bestimmte Opfer zu bringen, wenn ihre Wünsche erfüllt werden.

Auch in der Antike scheint der Kult des Baums im Zentrum der Aufmerksamkeit gewesen zu sein: man setzte ihn mit dem Weltall gleich und er wurde als die Säule oder Achse gesehen, die die drei Teile des Weltalls vereinigte. Die Wurzeln des Baums stellten die undurchdringlichen Tiefen der Unterwelt dar. Die Krone, die sich aufwärts streckte, stand für den Himmel und der Stamm, der in den Boden eingewurzelt war, die Erde und das ganze Leben auf ihr.

In dieser endlosen, zyklischen Regeneration des Baums sah der Mensch die Quelle des Lebens und der Fruchtbarkeit. Er interpretierte sie auch als die Quelle der Kenntnisse und des Verstandes. So wurde der Baum zum Gegenstand der Anbetung und besonders ausgewählte Bäume und Wäldchen wurden Heiligen zugesprochen. Der Baum symbolisierte zudem die weiblichen lebensspendenden. Der Saft des Baumes wurde sogar mit der Muttermilch verglichen. Der Kult des Baums wurde mit dem Kult der Göttin verbunden. Dies wird besonders in der Ähnlichkeit zwischen den hochstilisierten, symbolischen Bildern des Baumes und der Göttin in der ukrainischen Volkskunst sichtbar, sowohl auf Stickereien, Keramik, als auch auf Pysanky.


Der Baum des Lebens wird für gewöhnlich auf eine hochstilisierte und schematische Weise und mit einem oder mehrere Vögeln, zwei Rehen oder Pferden, die auf jeder Seite eines Stamms gezeichnet sind, dargestellt. Manchmal erstreckt sich der Baum des Lebens aus einem Blumenstrauß in einer Vase. Auf einer Pysanka kann der Baum auch in einfacher Form eines Zweiges oder Blattes gezeigt werden, da sogar diese Teile des Baums genügend symbolischen Inhalt haben. Die Pysanka mit diesen Ornamenten wurde als ein Amulett des Schutzes oder als Glücksbringer gesehen.


Der Kieferbaum - dieses Motiv findet man auf Pysanka aller Regionen. Die überwiegende Farbe Grün symbolisiert Kraft, Unerschrockenheit, Wachstum und ewiges Leben.

Das Eichenlaub und die Eichel symbolisieren Kraft und Energie. Einst waren sie das Symbol des Perun (der heidnische slawische Gott des Donners und des Blitzes).

Weidenkätzchenzweige sind auch oft auf Pysanky abgebildet. In der Ukraine, ersetzt das Weidenkätzchen am Palmsonntag das Palmblatt.

Gemüse – diese Motive sind gelegentlich auf Pysanky vorhanden

Der Weizen symbolisiert den Wunsch nach guter Gesundheit und einer reichen Ernte.

die Gurke – ist auf Grund ihrer Fähigkeit, Wasser aufzunehmen und zu speichern ein Symbol der Bewahrung des Lebens bekannt.

Obst

Obst symbolisiert Kontinuität, gute Kameradschaft, starke und treue Liebe und Gottes Liebe. Ein Osterei mit einem Apfel- oder Pflaummotiv wurde ausgewählt, um Kenntnisse, Weisheit, und Gesundheit zu schenken.


Die Kirsche, ein Symbol der weiblichen Schönheit, sollte Glück und Liebe bringen.

Manchmal sind Beeren zu sehen. Häufig sind es Johannisbeeren und Stachelbeeren. Gelegentlich erkennt man am auch eine „Kalyna“ (gehört zur Pflanzengattung „Schneeball“), die die Ukrainer als eines ihre nationale Symbole nennen.

Trauben, hatten in alten Zeiten eine zügellose Bedeutung. Die Christen beziehen die Trauben auf die heilige Kommunion, - „die Wandlung von Brot und Wein in Leib und Blut Jesu Christi bei der Feier der Hl. Messe“. Dieses Motiv symbolisiert Kontinuität, gute Kameradschaft und starke, loyale Liebe.

Blumen

Sie drücken weibliche Wesenszüge wie Weisheit, Eleganz und Schönheit aus.

Unter den auf Ostereier dargestellten Blumen findet man einer der wichtigsten Motive der Pysanka, der achtzackigen Stern, als „ruzha“ (Rose) bekannt, wieder.

Sonnenblume. Ein altes Blumensymbol, das die Sonne zeigt. Sie deutet auf die Liebe zu Gott hin und vertritt die Mutterschaft und ist deshalb ein Lebenssymbol.

Tulpen sowie Nelkenmotive sind in mehreren Regionen zu finden.