Glücksbringende Pysanky

Zum Osterfest bereitete jede Familie eine unterschiedliche Anzahl von Pysanky und Kraschanky vor. Diese Anzahl hing vom Reichtum der Familie ab und davon, ob es in der Familie Mädchen gab: je mehr Mädchen, desto mehr Pysanky wurden bemalt. Es wurden zwischen 12 und 60 Pysanky, und manchmal noch mehr, angefertigt. Die gleiche Anzahl von Kraschanky wurde gefärbt. Jedoch gab es ein ungeschriebenes Gesetz, das festlegte, wem welche Pysanky geschenkt werden konnten.

  • Nach der Weihung des Osterbrots schenkten die Hausfrauen dem Pfarrer immer ein paar Pysanky für die Kirche;
  • Kindern und junge Menschen wurden überwiegend Pysanky mit bestimmten Symbolen und hellen Farben geschenkt;
  • Jungen erhielten Pysanky mit rotem Grund und Sonnensymbolen, welche die Liebe darstellen;
  • Hausbesitzer wurden vor allem mit stufenförmigen Pysanky beschenkt, welche schiefe Linien und Sonnensymbole aufwiesen;
  • Ältere Personen bekamen Pysanky mit Bändern auf dunklem Grund, welche „die Himmelsbrücke“ symbolisierte;
  • Solche Pysanky wurden auch auf die Grabsteine der Angehörigen gelegt, nicht aber auf Kindergräber: Auf diese legte man Pysanky mit hellem Grund.